»Die vierte Gewalt ist jetzt im Netz«
(via esse est percipi)
Tonband

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»Die Dr. Jörg Haider Gebetsliga«
Platz da!
Business-Clown deutscher Provenienz, der sich bereits vor Flugbeginn über mögliches Kindergeschrei empörte, drängelt sich mit ungeduldiger Miene, ein amerikanisches Sorry nachahmend, am noch nicht fahrbereiten Kinderwagen vorbei in die Fluggastbrücke: Freier Durchgang für den freien Markt. Er wurde dann hoffentlich von seinen Geschäftspartnern in Madrid so richtig schön über den Tisch gezogen.
(Es muss dringend mal Jello Biafras Plan aus dessen Kandidatur für das Bürgermeisteramt von San Francisco aufgegriffen werden: »forcing businessmen to wear clown suits within city limits«.)
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Elektroleib

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Diesig
Typo
Normung

Auf dass alles seine Ordnung habe und sicher sei, beschloss die Bundesrepublik Deutschland, ihre Staatsangehörigen bei deren Katalogisierung gleich nach der Geburt in Schablonen zu pressen. 17 Millimeter Bildrand Überkopf, Mund jeschlossen, Oojen jeöffnet, kompjuterlesbar – alles zum Zwecke der inneren Sicherheit, sprich: dem Wohle der Bevölkerung.
Deutschland stellt also DIN A4-große Plastikschablonen her, mit deren Hilfe Pass-Fotographen die ordnungsgemäße Ausrichtung deutscher Köpfe in Identitätsurkunden überprüfen können, um sie gegebenenfalls zu korrigieren. Dass ein Kindergarten- oder gar Schulkind sich mit einem, in den ersten Lebenswochen erstellten und hernach sechs Jahre gültigen Kinderausweis noch mit einem Säuglingsgesicht sowie dem Pass-Vermerk »Körpergröße: 55cm« ausweisen kann, hat die Bundesrepublik hingegen nicht bedacht. Hier muss von den Sicherheitsexperten unverzüglich Abhilfe geschaffen werden. Es geht schließlich um nichts anderes als die nationale Sicherheit.
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»Wegsperren und exekutieren sollten sie dich!«
(via exdirk)
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Reiseposter
Eilmeldung: Hitler soll Stasi-Spion gewesen sein
Berlin. Überraschende Wendung: Adolf Hitler soll während seiner Amtszeit als »Führer« Mitarbeiter der Staatssicherheit gewesen sein. Das belegen offenbar Dokumente der Birthler-Behörde. Auch eine Mitgliedschaft in der SED geht Experten zufolge aus den Akten hervor. »Der Unrechtsstaat DDR mit seinem millionenfachen Mord an Juden und Christdemokraten wäre ohne die Mitwirkung von Helfern wie Hitler nicht möglich gewesen«, so die Experten.
Bruno Ganz dazu: »Blödsinn. Hitler war zwar eigenwillig, aber sicher nicht verrückt.«
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Die Reise ins Glück
Als ich vor einiger Zeit schrieb, dass nie eine Krautrock-Band darauf gekommen sei, ein teutonisches »Piper at the gates of dawn« zu schreiben, hatte ich nicht bedacht, dass es so etwas Ähnliches ja schon längst gibt, nämlich »Die Reise ins Glück« von Wenzel Storch, dem Syd Barrett des Super 8-Films.
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#704
Halb sechs
Die Krise des Webdesign-Bloggens
Stimme zu: http://www.uninformation.org/weblog/136
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Die Quanten
Im Frühjahr 1901 weilte Rainer Maria Rilke in Worpswede und war sehr frustriert, weil er aufgrund seiner Spreizfüße oft die gemeinschaftlichen, sonntäglichen Bolzabende absagen mußte und auch ansonsten unter schlimmen Schweißfüßen litt. Der westfälische Unternehmer und Kunstliebhaber Dr. Bernfried Sasse (Erfinder der selbstwendenden Schuheinlage) ließ sogleich in seinen Werken in Greven Spezial-Einlagen für den Dichter anfertigen, der sich mit dem nachfolgendem Poem bedankte. Später schrieb er es zum »Panther« um. »Packeln« ist österreichisch ugs. für »Fussballschuhe«.
Für Dr. Bernfried Sasse, meinem großen Gönner und Wohltäter!
Bernie, dieses Gedicht ist für Dich,
Dein
»Rilki«
Die Quanten
im Eimer mit warmem Senfwasser
Seine Mauken sind vom Latschen eben
so platt geworden, dass sie nichts mehr hält.
Ihm ist, als tät es Käse geben,
denn hinterm Tuch müffelts im Zelt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
wenn anfangs man ne Runde dreht,
wird echt zur Qual und richtig schitte,
wenn man in falschen Schuhen steht.
Dann auffem Platz schiebt man die Pille
drei-, viermal ins Tor. Das ist so klasse,
geht durch die Glieder angespannter Wille –
und in den Packeln trägste Sasse!
(pgurris)
Spamsieb
Dem von unerwünschter Werbung geplagten E-Mail-Nutzer möchte ich Spam Sieve anempfehlen. Das für alle gängigen Mailprogramme auf dem Macintosh verfügbare Ding hat mir ganz ohne Einrichtung komplizierter Filter und Regeln so gut wie alle Werbung aussortiert, selbst die hartnäckigsten Fälle, denen Mail.app nicht gewachsen war. Wunderbar.
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Teenage Shutdown
Früher haben junge Menschen Bands gegründet, heute gibt es 18jährige Krämerseelen, die auf ihren Websites und Xing-Profilen »Kunden« in den Arsch kriechen. Ganze Arbeit, Marktwirtschaft.
El Knoppo, Hitlers williger Histotainer

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Wuff
Juan, Pablo, Jorge & Ringo

# Kommentare [2]
Wunderbare Welt des Dr. Bodinus

# Kommentare [2]
Esel-Initiative

Auch weil mir heute passenderweise auf einer Landpartie ein Vertreter von Equus asinus asinus begegnete, möchte ich auf die »Esel-Initiative« hinweisen, von der ich gestern über einen Kommentar von Axel erfuhr.
# Kommentare [1]
Iranian sniper or Wookiee?
Maja
Stambul
»Welcome to the video that has become a full time occupation for me. Every day I remove hundreds of comments from angry Turks/Greeks who think this lighthearted cover of a 1950’s song is an attack on their political views.«
http://www.youtube.com/watch?v=JeQ-wjDH4F4
(Endlich mal wieder ein erfreulicher Tages-Ohrwurm.)
# Kommentare [3]
#690
In Pacific Palisades sitzen und bloggen.
Und was machen Sie beruflich?
»Ich gestalte Deppseiten.«
#688
Kur-Reisen nach Hajdúszoboszló
In einem Stapel Zeitschriften entdeckte ich eine Hinterlassenschaft des neulichen Besuchs von Herrn R.: eine Ausgabe des Satiremagazins »Eulenspiegel«, die R. aus Neugier an einem Flughafen-Kiosk erstanden hatte.
Ebenfalls neugierig geworden, begann ich zu lesen – im Hinterkopf den Vergleich mit der »Titanic«, die ich immer noch gern lese. Würde der ostdeutsche Eulenspiegel mithalten können? Das Titelbild: Mehdorn im Papst-Kostüm, Überschrift »Der Unfehlbare«: naja. Als ich die ersten Cartoons las, begann ich zu zweifeln: es wird im Eulenspiegel nämlich durchaus noch der klassische »Schiffbrüchiger auf einsamer Insel«-, und schlimmer, der »Herr Ober, in meiner Suppe«-Witz gepflegt.
Die Leserbriefe werden in Niederwürschnitz oder Zwickau abgeschickt und enthalten Begriffe wie »schmunzeln«. Satire, über die man gemütlich schmunzelt? Hitler-Witze fehlen völlig, ebenso ein gesunder Hass auf Deutschland und seine Insassen. Im Eulenspiegel, zumindest in der mir vorliegenden Ausgabe, hasst man nur Hartz IV und die Finanzkrise. Ackermann, Mehdorn und Zumwinkel.
Lustiger als der eigentliche Heft-Inhalt ist die bizarre und in großer Menge vorhandene Reklame: die »ostdeutsche Rockband Nr. 1«, die Vokuhila-Rentner »Puhdys«, werben im Eulenspiegel ebenso wie das »Kur- und Landhotel Borstel-Treff« (»Kuren in Mecklenburg zu Preisen wie in Polen«). Ich suchte, wie es in der Titanic üblich ist, einen »Keine Anzeige«-Hinweis. Vergeblich. Bauer Lampe füllt eine halbe Seitenspalte mit der Anpreisung seiner »größten Sau auf Rügen«.
Einundzwanzig Anzeigen von Hotels und Reiseveranstaltern enthält das Heft (wegen eines Reise-Specials), darunter Juwelen wie ein »Kurbüro Dr. Tschacher GmbH«, das »Kurreisen nach Debrecen, Hajdúszoboszló, Hevíz, Zalakaros« anbietet. Man kann aus solchen Angeboten wohl auf das Alter der Eugenspiegel-Leser schließen. Ein (guter) Text zu ausgerechnet Egon Krenz, über den der westdeutsche Klassenfeind »umgekehrte Wasserfolter« verhängte (man drehte ihm in Haft zeitweise das warme Duschwasser ab), deuten in dieselbe Richtung
Lustig finde ich das Magazin, von der unfreiwillig komischen Werbung und ein paar weiteren gelungenen Momenten (»Nicht nur Tom Cruise wäre beim Attentat auf Walter Ulbricht fast draufgegangen, auch Dieter Hallervorden.«) abgesehen, nicht. Interessant war für mich nicht der zu einem Gutteil altbacken-kernseifige Witz, sondern die Tatsache, dass der Eulenspiegel eine ostdeutsche Humor-Parallelwelt offenbart. In der zumindest Menschen im kur-fähigen Alter zu leben scheinen.
Ich bleibe – nicht als Westdeutscher, sondern als Anhänger guter Satire – lieber bei Titanic.
# Kommentare [8]
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